DIE SIKURI

Es ist ein weites Feld, es geht nicht nur um Sikuri, die ursprüngliche Musikform in den Anden, sondern einen Bezugspunkt menschlicher Existenz.

Die Ureinwohner Amerikas nahmen über Jahrhunderte die Sprache der Natur an, die Ihnen den Weg wies. Die Geschichte ist voll von diesem Einklang von Natur und Mensch, wie auch von Respekt gegenüber dem Umbekannten. Aus dieser Weltsicht resultiert immerwährende Hoffnung und Freude, die sich in Traditionen, Gewohnheiten und Glauben manifestiert. In diesem Kontext zwischen Symbolismus und Realität treffen wir auch die Sikuris.

Der psysiche Teil und das Musikinstrument der Sikuris ist das Siku, das aus zwei Teilen besteht (Ira, der männliche Teil und Arka, der weibliche), die sich ergänzen und wunderschöne Melodien dank eines musikalischen Dialogs entstehen lassen. Das Siku spielt man daher paarweise und die Tropa (Musikgruppe, besteht aus mehrere Sikuris) besteht aus Paaren von Iras und Arkas, die sich vereinigen um zu existieren. Diese einzigartige Dualität des Instrumentes wie auch der Spieler begründet ihre Wirklichkeitsauffassung, die wir JJAKTASIÑA IRAMPI ARKAMPI nennen. Dies kann man am besten beschreiben als "sich vereinigen um zu empfangen und zu geben damit etwas neues entsteht".

In allen Kulturen der Welt ist das Phänomen des Atmens assoziiert mit Genesis, Energie und Magie. Im Sikuri finden wir all dies wieder-von den Bambusrohren, der Pachamama (Erde) entnommen und verwandelt in Siku (das Instrument), bis zum mitreißenden Sikuri (der Musiker) der seinen Atem in Sikuri (Musik) verwandelt. Die Musik kommt zurück zur Erde und soll traditionell eine gute Ernte herbeiführen. Es ist das Symbol des Lebens, des Zyklischen und der Ewigkeit, deshalb mündet jede Darbietung des Sikuris intuitiv in ein Ritual- die Energie durchbricht das Künstlerische und erreicht eine Ebene kraftvoller Spiritualität.